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Es gibt Situationen im Leben, da ist es dem Partner schwer zu vermitteln, dass das, was man gerade tut, schön ist.

Einer dieser kostbaren Momente, in denen sich der Schmerz in den Beinen, das Eis im Gesicht und die Schönheit vor Augen einander die Waage halten. In denen man die Verletzlichkeit spürt, der man auf dem Fahrrad ausgesetzt ist. Einer dieser Momente, in denen Jenni verfluchte, mit mir auf Reisen gegangen zu sein, und ich rufen möchte: „Nicht das richtige Rad muss man haben, sondern die richtige Einstellung!“

Dies ist so ein Moment.

Der Unterschied war: Ich wusste, warum wir uns das antun. Jenni nicht. Die Antwort ist „Peter“. In zwei Tagen werden wir bei ihm sein.

Wie ist das, wenn du dich mit einem Lastenfahrrad durch die Berge quälst? Wenn du dem Wetter ausgesetzt bist, der Wind dich ärgert und dir der Regen ins Gesicht schlägt?

Dann wirst Du ganz klein. Dann wirst Du ein Punkt in der Landschaft, die sich unmittelbar vor Dir öffnet und hinter Dir schließt. Sie umgibt Dich wie ein Meer und hüllt Dich vollkommen ein. Und in dieser Blase bist Du nur mit Dir beschäftigt: mit dem Zittern deiner Beine, dem Schweiß, dem Wogen des Blutes.

Doch wir rollen – langsam, stetig – durch Hochnebel und Platzregen. Unai fühlt sich pudelwohl in seiner Kiste, und so machen wir weiter – bis zu einem Verschlag am Nordhang der Hohen Tauern.