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Ist die Elbe auf deutscher Seite entzückend, so wird sie hier zum Amazonas, an dessen Ufern Störche, Biber und Adler ihr Revier gefunden haben. Man könnte getrost Fotos aus dem Okavango-Delta zeigen, so schwül sind die Tage, so idyllisch die Abende, so reich scheint uns die Natur – ragten nicht qualmende Schlote aus den Elbauen. Und damit sind wir bei den Gegensätzen.

Ein Viertel Jahrhundert ist es her, da brach der Sozialismus zusammen, und nicht überall ist es so glatt gegangen wie in Ostdeutschland. Sein Erbe ist auf Schritt und Tritt zu spüren: in Dörfern und Städten, in den Gesichtern der Menschen und auf dem Teller im Restaurant. Die Schlaglöcher werden größer und die Unterkünfte rauer, Ruinen wechseln mit Renaissancepalästen.

Tschechien – das ist rausgeputztes UNESCO-Welterbe und piefigster Osten in enger Umarmung.

Die Elbe ist nicht nur einer der 100 längsten Flüsse der Welt, sie ist auch einer der wenigen noch verbliebenen naturbelassenen Flüsse Europas.

1997 wurde diese Flusslandschaft aus Überschwemmungsflächen, Auenwäldern, Binnendünen und Altarmen von der UNESCO als Biosphärenreservat der Menscheit ausgewiesen. Und da die Natur keine Grenzen kennt, zieht sich das Schutzgebiet über 5 Bundesländer, von Schleswig-Holstein durch Niedersachsen, Mecklenburg und Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt.

Genau unsere Route!

Unsere Kabine ist nicht groß, vielleicht 5 Quadratmeter, aber wir haben unser eigenes Reich. Hier mitzufahren, so spüren wir schnell, ist ein Ding der Unmöglichkeit, zumal mit einem Baby. Doch Unai ist ein Sonntagskind, und ich war es auch, und schippern wir auf Slivovitz und tschechischem Bier die Elbe stromaufwärts nach Sachsen. Über einen der 100 längsten Flüsse der Welt, umrahmt von den größten zusammenhängenden Auenwäldern Mitteleuropas.