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Wir besuchen die Zitadelle von Sisteron. Grandios liegt sie auf scharfen Klippen hoch über dem Tal der Durance – seit 2.000 Jahren das Tor zur Provence!

Knödel- und appetitlos folgen wir den Trentiner Alpen nach Westen. Wechseln Windeln, trinken Kaffee, erreichen nach vier Tagen den Comer See.

Mit 410 m ist er der tiefste See Europas – und der erste einer ganzen Kette eiszeitlicher Becken, die sich aus den Alpen kommend mit schmalen Armen ins Flachland strecken.

Nur einen Steinwurf entfernt liegt der verwinkelte Luganer See im Schweizer Kanton Tessin. Und am darauffolgenden Morgen schwimmen wir bereits im Lago Maggiore, dem zweitgrößten See Italiens.

Endlich sind wir in Südtirol, dem Land des Weines und des Specks und des ersten vernünftigen Espressos auf dem Weg nach Süden.

Südtirol ist ein Paradies, in dem sich Nord und Süd die Hand reichen – Lärchen und Palmen, Äpfel und Trauben, Knödel und Pasta. Alpine Bodenständigkeit trifft auf italienisches Dolce Vita, deutsche Regenkleidung auf südländischen Fahrspaß.

Und: Es gibt in Südtirol die schönsten Radwege!

Einer von ihnen führt durch das Pustertal. Er beginnt an der italienisch-österreichischen Grenze, in 1.200 m Höhe, und endet in Bozen, tausend Höhenmeter tiefer. Dazwischen liegen 100 herrliche Kilometer Abfahrt auf perfekt ausgebauten Pisten, durch Wälder und über Almwiesen, und vor allem haben wir die Dolomiten immer im Blick!

Ceský Krumlov, ich erwähnte es, ist die Perle Böhmens und nach Prag die meistbesuchte Stadt des Landes. Busladungen japanischer, chinesischer und koreanischer Touristen drängen sich tagsüber in den Gassen – 1,2 Millionen Menschen jedes Jahr. Sie bauen sie auf ihren Europa-Touren ein, als Tagesausflug von Prag, oder als Zwischenstopp auf dem Weg nach Wien.

Abends dagegen wirkt die Stadt wie ausgestorben. Ein leiser Wind geht durch die Gassen, der Mondschein zittert auf der Moldau.

Und wenn die Nacht sich neigt und auch die letzten Touristen vertreibt, dann kommen sie aus ihren Verstecken: die Überlebenskünstler und die Freigeister, die Maler und Musiker, Schriftsteller und Dissidenten. Und dann erwacht in Krumau, einem mittelalterlichen Städtchen in Südböhmen, die Unterwelt. Was man da sieht – und hört – davon allerdings erzähle ich erst 2018, in meiner neuen Reiseshow.

Wir kommen nur noch langsam voran. Das liegt an drei Dingen. Erstens: Jenni, die noch stillt, hat praktisch seit zwei Jahren keinen Alkohol mehr zu sich genommen. Zweitens: In Tschechien trinkt man nicht zum Essen, sondern isst zum Trinken. Drittens: Das Bier wird in traditionellen Kneipen so lange unaufgefordert auf den Tisch gestellt, bis man zahlt oder umfällt. Und wir haben nur wenig Geld.

Ist die Elbe auf deutscher Seite entzückend, so wird sie hier zum Amazonas, an dessen Ufern Störche, Biber und Adler ihr Revier gefunden haben. Man könnte getrost Fotos aus dem Okavango-Delta zeigen, so schwül sind die Tage, so idyllisch die Abende, so reich scheint uns die Natur – ragten nicht qualmende Schlote aus den Elbauen. Und damit sind wir bei den Gegensätzen.

Ein Viertel Jahrhundert ist es her, da brach der Sozialismus zusammen, und nicht überall ist es so glatt gegangen wie in Ostdeutschland. Sein Erbe ist auf Schritt und Tritt zu spüren: in Dörfern und Städten, in den Gesichtern der Menschen und auf dem Teller im Restaurant. Die Schlaglöcher werden größer und die Unterkünfte rauer, Ruinen wechseln mit Renaissancepalästen.

Tschechien – das ist rausgeputztes UNESCO-Welterbe und piefigster Osten in enger Umarmung.

Während ich hier sitze und die Beine über die Reling baumeln, muss ich an Mark Twain denken. Was hatte er damals geschrieben?

„In zwanzig Jahren von heute wirst du eher von den Dingen enttäuscht sein, die du nicht getan hast, als von denen, die du getan hast. Hole den Anker ein und segle hinaus aus dem sicheren Hafen. Erforsche, träume, entdecke.“

Anker eingeholt, Mr. Twain!

Und wohin? Nach Pamplona. Wir, das sind Jenni, Unai, Beltza und ich. Jenni ist meine Freundin, Unai unser Sohn, und von Beltza erzähle ich morgen.

Grober Kurs: Baskenland. Jennis Verwandten möchten Unai gern einmal sehen.

Kein Problem, wir kommen!

Elbe und Moldau hinauf in den Böhmerwald, durch Salzkammergut, Hohe Tauern und Dolomiten, entlang der Oberitalienischen Seen, durch Piemont und Provence, über die Cevennen und die Pyrenäen – ein Klacks!

 

Y adónde? Hasta Pamplona. Nosotros, somos André, Unai, Betza y yo. André es mi pareja, Unai  nuestro maravilloso hijo, y de Beltza os cuento mañana.

En grandes líneas: Mi familia tiene ganas de ver a Unai y de compartir tiempo con nosotros.

Pues bien. Allá vamos!

Los ríos Elba y Moldava hasta el bosque de Bohemia, cruzando el Salzkammergut, el Hohe Tauern y las Dolomitas, bordeando los lagos italianos, El Piamonte, La Provenza, Las Cevenas y Los Pirineos. Esto es pan comido!

Madre mía, quién me mandaría a mí?