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Ich wusste es immer: Die interessanten Leute leben oberhalb von 1.000 m!

Die Umgebung, in der man lebt, prägt die Menschen stets mit. Und Bergbewohner kennen den Wechsel zwischen Enge und Weitblick, zwischen den Mühen des Aufstiegs und der Freude an dessen Überwindung, den Kampf mit den eigenen Möglichkeiten in anderer Weise als Stadtmenschen.

Dort unten ist die Gedankenwelt von Häusern umstellt, von Regeln, von Paragraphen und Konventionen. In den Bergen ist alles möglich!

Ein Beispiel?

Peter baut gerade eine Pyramide in den exakten Proportionen der Cheops-Pyramide der Pharaonen. Sie wird kosmische Energie sammeln, die seinen Hühnern, die in der Pyramide leben, und ihren Eiern zu Gute kommt. Wunderbar!

Aber zurück zur Geschichte: Vom bis dato höchsten Punkt der Reise stürzten wir uns hinab ins Obere Mölltal. Umgeben von Bergen auf drei Seiten liegt hier das kleine Dorf Mörtschach. Nur nach Süden ist das Tal offen, was ihm ein mildes Klima, viel Sonne und überhaupt: eine Vorahnung italienischen Wetters beschert.

Am Ende einer langen Schotterpiste, die im Sommer eine schweißtreibende Quälerei, im Winter hingegen eine herrliche, halbstündige Rodelabfahrt beschert, lebt Peter ein einfaches Leben in respektvollem Umgang mit der Natur – zusammen mit Hund und Katze, Bienen und Ziegen, umgeben von Wald und Wiesen und Teichen.

Von Jahr zu Jahr, von Ernte zu Ernte beschäftigt er sich mit dem Konzept der Permakultur, der Schaffung von dauerhaft funktionierenden, naturnahen Kreisläufen – und erlebt dabei Erfolge und Misserfolge.

Natürlich haben wir hier die Räder für eine Woche abgestellt, auf dem Feld geholfen und die Seele tüchtig baumeln lassen.

Als ich gestern von Peter erzählte, hockten wir gerade im Schneesturm auf dem Großglockner. Sein Ederhof liegt dahinter, auf der Südseite der Alpen, und es ist für mich einer der schönsten Plätze auf der Welt.

Aber von Anfang: Vor 10 Jahren lud mich ein Freund in diese Berge ein. Sein Haus erreichte ich nur mit Schneeketten, es lag auf 1.500 m. Der einzige Nachbar wohnte 200 Höhenmeter tiefer, und wir besuchten ihn, denn es war Silvester.

Mit schweren Schuhen, Stock und Stirnlampe stiegen wir ab, fielen, rutschten und purzelten durch den Schnee, und als wir bei Peter ankamen, hatte ich blaue Lippen und zwei geprellte Rippen, und noch nie hatte ein Essen so gut geschmeckt, wie jenes, das Peter an diesem Abend für uns bereitete.

Seitdem habe ich Peter oft besucht, und wenn ich ihn nicht besuchte, träumte ich davon, einmal einen eigenen Hof zu haben, und so kann man sagen, dass ohne Peter wohl alles ganz anders gekommen wäre …