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Alles ist hier sonnig und malerisch und voller Geschichte, und als wir schon dachten, es könne schöner nicht werden, da erhielten wir eine Einladung in das Seehotel Ambach, jenen Ort also, der beides auf das Angenehmste verbindet: den Genuss am Wein und den an der Baukunst.

1973 wurde es von dem Südtiroler Architekten Othmar Barth entworfen und steht noch heute so elegant wie damals als weißes Segel aus expressiv geformtem Beton am Ufer des Kalterer Sees. Selbst im Innenraum ist alles noch beim Alten, in genau dem Zustand, den der Architekt für das Haus erdacht hatte. Bis dato der architektonische Höhepunkt der Reise!

Unser Aufenthalt beginnt mit einer hemmungslosen Dusche und kulminiert in einem Sternedinner. 8 Gänge, volle Kanne, dazu ein Ausflug durch die besten Weine der Region. 200 Euro der Spaß – wie gesagt, wir waren eingeladen. Nach dem Hors d’œuvre bestand Unai auf seine Reiswaffeln!

Nach einer Woche Pause können wir es kaum erwarten wieder in die Pedalen zu treten. „Bereit, bereit!“, ruft schon Unai, und bald verlassen wir den Ederhof, brausen hinab nach Mörtschach und immer weiter bis nach Lienz, dem wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt Osttirols. Hier wenden wir uns endgültig gen Westen, Richtung Italien.

Immer leicht bergauf geht es nun auf dem Drauradweg bis zu der kleinen Ortschaft Thal, in dessen Badeanstal man uns anstandslos einschließt. Bevor der Wachmann die Anlage verriegelt, kaufe ich noch einen Wein. Dann gehen wir baden – und kommen bis zum Morgengrauen nicht mehr aus dem Wasser.

Es gibt Situationen im Leben, da ist es dem Partner schwer zu vermitteln, dass das, was man gerade tut, schön ist.

Einer dieser kostbaren Momente, in denen sich der Schmerz in den Beinen, das Eis im Gesicht und die Schönheit vor Augen einander die Waage halten. In denen man die Verletzlichkeit spürt, der man auf dem Fahrrad ausgesetzt ist. Einer dieser Momente, in denen Jenni verfluchte, mit mir auf Reisen gegangen zu sein, und ich rufen möchte: „Nicht das richtige Rad muss man haben, sondern die richtige Einstellung!“

Dies ist so ein Moment.

Der Unterschied war: Ich wusste, warum wir uns das antun. Jenni nicht. Die Antwort ist „Peter“. In zwei Tagen werden wir bei ihm sein.

Nach einer Woche steht es fest: Krumau ist eine magische Stadt, und alles in ihr ist krumm: die Moldau, die Gassen, die Bewohner.

Einer von ihnen, der Autor Karel Čapek, bezeichnete den Schlossturm von Český Krumlov einst als den „turmigsten Turm“, den er je gesehen habe. Das märchenhafte Urbild eines mitteleuropäischen Schlossturms: nicht ganz von dieser Welt, eher einem Kinderbuch oder Ritterroman entsprungen.

Der Blick hinunter – ebenfalls märchenhaft: Die Altstadt von Český Krumlov schmiegt sich dort in eine Doppelschleife der Moldau, ein malerischer Teppich aus spitzen Türmen und barocken Giebeln, zu schön fast, um wahr zu sein. Und so geht es weiter.

Wer zum ersten Mal durch die kopfsteinbepflasterten Gassen der Altstadt schlendert, weiß gar nicht, wohin er gucken soll, so viele Postkartenblicke bieten sich mit jedem Schritt. Die Häuser wie aus Marzipan, die Plätze wie gezeichnet – man möchte es kitschig nennen, übertrieben, einen Themenpark – allein: Es ist alles echt!

Die Stadt hat einfach 700 Jahre lang Glück gehabt und ist nie zerstört worden. Nicht vom Zweiten Weltkrieg, nicht vom Ersten, noch nicht einmal vom Dreißigjährigen Krieg – und nach Ende des Eisernen Vorhangs wurde sie sanft restauriert.

Český Krumlov – das ist die Perle Böhmens!

Gestern besprach ich das tschechische Bier. Man sagt, es gehört zu den besten der Welt. Man sagt auch: Wer es nicht probiert hat, der war nicht in Böhmen. Und von Glück kann man sagen, dass gerade eine der größten Hitzewellen der Geschichte über Böhmen liegt. Sie hilft uns, tief in die Sitten und Gebräuche des Landes einzutauchen.

Hatten wir auf der Jungfernfahrt noch bescheidene 19 Kilometer zurückgelegt, konnten wir uns bereits am zweiten Reisetag steigern!

21.

Am dritten Tag schaffen wir 39 Kilometer und am vierten 57.

Dabei kriegen wir einen ersten Einblick in die unbekannte Welt möglicher Malheure: Bei der Fahrt über Kopfsteinpflaster, beispielsweise, können sich Kinder auf die Lippen beißen und schier verbluten. Sie können spurlos verschwinden in einem der vielen Mecklenburger Getreidefelder. Und natürlich bekommen sie in den unpassendsten Momenten Lust auf Muttermilch.

Als wolle er uns zu Ruhe und Gelassenheit mahnen, macht Unai heute, am Tag aller Tage, am Tag, an dem das größte Abenteuer seines bisherigen Lebens beginnt, das längste aller möglichen Nickerchen, die Mutter aller Siestas.

Seit drei Stunden stehen deshalb unzählige Menschen mit Fahrrädern in der Hand und Sonnenhüten auf dem Kopf vor dem Kunterbunthof. Unser Dorf, Bäbelin, das sei erwähnt, hat nur 37 Einwohner. Aber die Hälfte von ihnen hat sich heute hier eingefunden, um uns singend und hupend die Allee hinunter auf die L10 zu geleiten.

Man bringt Gebäck, Jenni serviert Kaffee. Die ersten erneuern den Luftdruck ihrer Reifen. Eigentlich auch ganz schön: ein Abenteuer, das vor der Haustür beginnt, umweltverträglich, nachhaltig – und von dort auch nicht wegkommt.

Kommt es dann irgendwann aber doch, und wir erreichen am frühen Abend nach 19 Kilometern die spätgotische Dorfkirche zu Qualitz

Y así es. Unai ha decidido que el día más importante de su vida va a ser el de su siesta más larga. Nada que ver con ‚El Viaje de su vida‘. Eso es de mayores. Hoy mientras la mitad del pueblo está esperando en la puerta de casa para despedirnos, Unai se pega la siesta Madre.

Algo tenemos que hacer, mientras mis vecinos (os recuerdo que vivimos en un pueblo de 37 personas) esperan con sus bicis aparcadas delante de casa, sus sombreros de paja en la mano y mis nervios consumiéndome. Hago lo que se me da bien, pongo la cafetera al fuego y a echar humo. Revisamos de nuevo la presión de las ruedas, hacemos un repaso mental de lo que nos estamos olivdando.

Y tampoco ha sido para tanto, al final salimos con el sol suave de la tarde y llegamos a Qualitz, a menos de 20 km de casa. A mi me ha parecido larguísimo. Llegaremos a Pamplona?

In der Hamburger Fahrradmanufaktur Velo 54 bekommt unser Douze den letzten Schliff. Was für ein Rad! Am 12.12.2012 kam es mit einem Paukenschlag auf den Markt, und sein Erscheinungsdatum wurde namensgebend für den französischen Hersteller Douze Cycles (Douze = 12).

Das Besondere am Douze ist seine modulare Bauweise. Es ist mit einem stabilen Stahlrahmen am Heck sowie einer Alufront ausgestattet und kann in der Mitte per Schnellverschluss auseinandergebaut werden. Das Rad ist also teilbar und lässt sich für den Transport einfach zerlegen! Auch sonst steckt das Douze voller raffinierter Details: Eine Seilzug-Lenkung sorgt für agiles, spielfreies und sehr direktes Lenkverhalten. Dazu gibt es standardmäßig hydraulische Scheibenbremsen und als Antrieb – Rohloff sei Dank – eine Speedhub 500/14 Getriebenabe.

Das also ist nun unser Zuhause – Sportrad und Kinderwagen in einem – für die kommenden sechs Monate! Morgen wird’s ernst: Satteltaschen dran, Packsäcke, Trinkflaschen. Und dann bleibt nur eine Frage: Kann ich das Ding noch bewegen?