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Während ich hier sitze und die Beine über die Reling baumeln, muss ich an Mark Twain denken. Was hatte er damals geschrieben?

„In zwanzig Jahren von heute wirst du eher von den Dingen enttäuscht sein, die du nicht getan hast, als von denen, die du getan hast. Hole den Anker ein und segle hinaus aus dem sicheren Hafen. Erforsche, träume, entdecke.“

Anker eingeholt, Mr. Twain!

Veranwortlich für den kleinen Schlenker des 150 m langen Elbkahns war übrigens Ludêk. Er lebt praktisch auf der Brücke – von Joghurt und Bier.

Joghurt, weil er gesund ist.

Bier, weil es genug Kalorien besitzt, um die Brücke nicht für Essen verlassen zu müssen.

18 Stunden pro Tag, von Sonnenauf- bis untergang, hält er zusammen mit Steuermann Thomas den Kurs. Einer lenkt, der andere leistet Gesellschaft: brüht Kaffee, dreht Zigaretten, verfolgt das Sonar. Erst mitternachts drosseln sie die Maschine, suchen eine geschützte Stelle und begießen den Tag.

Die Elbe ist nicht nur einer der 100 längsten Flüsse der Welt, sie ist auch einer der wenigen noch verbliebenen naturbelassenen Flüsse Europas.

1997 wurde diese Flusslandschaft aus Überschwemmungsflächen, Auenwäldern, Binnendünen und Altarmen von der UNESCO als Biosphärenreservat der Menscheit ausgewiesen. Und da die Natur keine Grenzen kennt, zieht sich das Schutzgebiet über 5 Bundesländer, von Schleswig-Holstein durch Niedersachsen, Mecklenburg und Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt.

Genau unsere Route!

Unsere Kabine ist nicht groß, vielleicht 5 Quadratmeter, aber wir haben unser eigenes Reich. Hier mitzufahren, so spüren wir schnell, ist ein Ding der Unmöglichkeit, zumal mit einem Baby. Doch Unai ist ein Sonntagskind, und ich war es auch, und schippern wir auf Slivovitz und tschechischem Bier die Elbe stromaufwärts nach Sachsen. Über einen der 100 längsten Flüsse der Welt, umrahmt von den größten zusammenhängenden Auenwäldern Mitteleuropas.