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Wir kommen nur noch langsam voran. Das liegt an drei Dingen. Erstens: Jenni, die noch stillt, hat praktisch seit zwei Jahren keinen Alkohol mehr zu sich genommen. Zweitens: In Tschechien trinkt man nicht zum Essen, sondern isst zum Trinken. Drittens: Das Bier wird in traditionellen Kneipen so lange unaufgefordert auf den Tisch gestellt, bis man zahlt oder umfällt. Und wir haben nur wenig Geld.

Gestern besprach ich das tschechische Bier. Man sagt, es gehört zu den besten der Welt. Man sagt auch: Wer es nicht probiert hat, der war nicht in Böhmen. Und von Glück kann man sagen, dass gerade eine der größten Hitzewellen der Geschichte über Böhmen liegt. Sie hilft uns, tief in die Sitten und Gebräuche des Landes einzutauchen.

Ein Bericht über Tschechien wäre nicht komplett ohne die Erwähnung der tschechischen Braukunst, und ich wünschte, ich könnte sagen, wir bereisten lange das Land, bevor wir schließlich, zum Beispiel in České Budějovice, besser bekannt unter seinem deutschen Namen Budweis, das böhmische Bier entdeckten. Die Wahrheit aber ist, wir kamen unmittelbar nach der Grenze damit in Kontakt: Hopfenfelder, so weit das Auge reicht!

Was bei uns der Weizen, ist hier der Humulus. Und nur folgerichtig ist unser Grundnahrungsmittel das Brot – und in Böhmen ist es das Bier. Die Tschechen lieben und trinken es seit Anbeginn der Zeit. Es könnte in allen Flüssen fließen und würde immer noch nicht ausreichen. 154 Liter pro Kopf und Jahr konsumieren die Tschechen im Durchschnitt – Kinder und Abstinenzler eingerechnet.